Mittelalter zum Anfassen

Von Aquamanile bis Zuckerrohr – am Freitag, dem 23.11., erhielt die 6a die Chance mit Prof. Dr. Karin Kranich vom Institut für Germanistik (KFUG), das Mittelalter in seiner Vielfältigkeit zu erfahren.

Ein Leben völlig ohne Schokolade, Kartoffeln oder Tomaten – ganz normal für den mittelalterlichen Menschen, denn diese Speisen kamen erst später nach Europa.

Wer hätte aber geahnt, dass der Biber (mit seinem „Fischschwanz“) als geeignete Fastenspeise angesehen wurde? Oder dass der Mensch aus Sicht der mittelalterlichen Medizin eine Art „Mischwesen“ aus vier Grundstoffen (Blut, schwarze und gelbe Galle, Schleim) ist?

Abgenagte Knochen vom Festmahl sollte man nur mit Bedacht unter den Tisch werfen, um niemanden zu verletzen und zusätzlich galt die Regel: „Schneuz dich nicht zu laut, und wenn du schneuzen mußt, dann tue es nicht mit der Hand, die das Fleisch anfaßt.“  Taschentücher im heutigen Verständnis gab es nämlich auch noch nicht; das wurde allen durch die Tischsitten des Spätmittelalters bewusst.

Prof. Kranich ließ die Schülerinnen und Schüler an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben und zeigte auf, wie eng Religion, Medizin und Kulinarik noch vor einigen Jahrhunderten miteinander verknüpft waren.